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ThEEN 2026, v.l.n.r.: Peter Zaiß (SWE Stadtwerke Erfurt GmbH / IHK Erfurt), Dr. Jörn Grothe (SWE Energie GmbH), Fabian Hoppe (HM Heizkörper GmbH - Heating Technology/ ThEEN), Jana Liebe (ThEEN), Staatssekretärin Karin Arndt (TMUENF), Kristin Weiß (Stadtwerke Jena Netze GmbH / ThEEN ) Rico Bolduan (TWS Thüringer Wärme Service GmbH), André Sack (Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH), Dr. Matthias Sturm (TEAG Thüringer Energie AG) © ThEEN e.V.

2. Thüringer Wärmetagung in Erfurt: Thüringen bringt die Wärmewende gemeinsam voran

  • Sichtbare Erfolge beim Umbau der Wärmenetze seit 2023
  • Praxisnahe Ansätze und neue Lösungen machen Mut
  • Geschlossenheit bei der gemeinsamen Aufgabe und ehrlicher Dialog notwendig

Im Spannungsfeld von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit, aber auch Umweltfreundlichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz, setzt die 2. Thüringer Wärmetagung heute in Erfurt ein klares Signal für die Umsetzung der Wärmewende im Freistaat. Mit etwa 240 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Kommunen, Energie- und Wohnungswirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie in der ausgebuchten Fachausstellung werden die Herausforderungen diskutiert. Zu den Gästen zählen Thüringens Energie‑Staatssekretärin Karin Arndt sowie IHK-Präsident Peter Zaiß (IHK Erfurt). Bundesumweltminister Carsten Schneider unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung mit einem Grußwort per Videobotschaft. Unter dem Leitmotiv „Erfahrungen teilen. Chancen nutzen. Wärme gestalten.“ hatte das Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) e.V. gemeinsam mit der TWS Thüringer Wärme Service GmbH, der SWE Energie GmbH sowie der Stadtwerke Energie Jena‑Pößneck GmbH zur landesweiten Großveranstaltung eingeladen.

Im Mittelpunkt steht der aktuelle Stand der Thüringer Wärmenetzstrategien auf dem Weg zur Klimaneutralität – drei Jahre nach der 1. Thüringer Wärmetagung im Jahr 2023. Basierend auf einer thüringenweiten Umfrage unter Wärmenetzbetreibern, die von der Stadtwerke Jena Netze GmbH umgesetzt wurde, präsentieren die Veranstalter in der gemeinsamen Keynote einen direkten Vergleich zwischen dem damaligen Planungsstand und den heutigen Umsetzungen.

Die Bilanz fällt insgesamt positiv aus: Aufbauend auf den Wärmenetzstrategien, die seit dem Thüringer Klimagesetz angestoßen und 2022 erstmals landesweit gebündelt wurden, befinden sich die Thüringer Wärmenetze klar auf einem stabilen Transformationspfad. Der Anteil erneuerbarer Energien und genutzter Abwärme in den Thüringer Wärmenetzen ist gestiegen, zahlreiche Betreiber haben Machbarkeitsstudien abgeschlossen, erste Investitionsentscheidungen getroffen und Projekte zur Einbindung vielfältiger Erzeugungstechnologien wie Großwärmepumpen, Geothermie (z.B. in Erfurt), Fluss- und Abwasserwärme, Solarthermie (etwa in Mühlhausen), Biomasse oder industrieller Abwärme umgesetzt oder in konkrete Planung überführt. Die bestehenden Netze bilden dabei weiterhin das Fundament der Wärmeversorgung, ein Rückbau ist nicht vorgesehen, vielmehr ist perspektivisch ein deutlicher Ausbau der Netzinfrastruktur geplant. Strombasierte Wärmeerzeugung, Sektorenkopplung und ein diversifizierter Technologiemix gewinnen an Bedeutung und reduzieren die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern.

Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit 2023 aber auch: Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Die Versorgungssicherheit rückt durch geopolitische Verwerfungen und Kriege zentraler in den Vordergrund. Höhere Investitionskosten, neue regulatorische Anforderungen und Unsicherheiten bei Förderung und Finanzierung führen dazu, dass Transformationspfade heute flexibler und anpassungsfähiger ausgestaltet werden müssen.

Dazu erklärt Karin Arndt, Staatssekretärin im Thüringer Energieministerium: „Die Wärmewende kann nur im engen Schulterschluss von Land, Kommunen und Energieversorgern gelingen. Seit 2024 erhalten die Kommunen verlässlich Vorauszahlungen für ihre kommunale Wärmeplanung. Dafür hat das Energieministerium im Doppelhaushalt 2026/2027 rund 25 Millionen Euro eingeplant. Das Wärmekataster der Energieagentur ThEGA liefert den Gemeinden Daten zum konkreten Wärmebedarf jedes Wohngebäudes in Thüringen und bietet damit eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Planung. Im Juni wollen wir mit Unterstützung der ThEGA den Austausch aller relevanten Akteure wieder aufnehmen, um den Netzausbau insgesamt – und damit auch die Wärmeplanung – koordiniert und effizient voranzubringen.“ so die Staatssekretärin.

Auch die wirtschaftliche Perspektive spielt eine wichtige Rolle. Peter Zaiß, Präsident der Industrie‑ und Handelskammer Erfurt sowie Geschäftsführer der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH, erklärt: „Die Wärmeversorgung soll künftig bezahlbar, sicher und treibhausneutral sein. Dazu muss die Politik einen planbaren sowie verlässlichen Rahmen bilden und technologieoffen sein. Die Thüringer Versorger haben dazu lokal eine technische und realistische Antwort. Davon profitieren Unternehmen und Haushalte gleichermaßen.“

Für ThEEN steht vor allem der Wissenstransfer im Fokus. Jana Liebe, Geschäftsführerin des Netzwerks, zog ein positives Fazit: „Der Umbau der Energieversorgung ist eine große gesamtgesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe ähnlich der Wiedervereinigung, für die alle Akteure zusammen verantwortlich sind. Dafür sind der Wissenstransfer und ein ehrlicher Dialog zu den Vorhaben, Hürden und Herausforderungen notwendig. Heute können wir sichtbar machen, was bereits umgesetzt wurde und eine Plattform für den Austausch bieten.“

In der anschließenden Panel‑Diskussion zur Versorgungssicherheit im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Rahmenbedingungen sowie in vier parallelen Fachforen werden zentrale Erkenntnisse vertieft. Erfahrungsberichte aus dem realen Betrieb zentraler Technologien der Wärmewende, innovative Projekte der Wohnungswirtschaft, aber auch Regulatorik und Finanzierung stehen im Fokus. Diskutiert werden unter anderem flexible Transformationsstrategien, hybride Erzeugungskonzepte, die Verzahnung von kommunaler Wärmeplanung und Wärmenetzentwicklung sowie neue Kooperationsmodelle. Einigkeit besteht darin, dass die Wärmenetztransformation kein starres Zielbild verfolgt, sondern ein dynamischer, lernender Prozess ist, der Perspektivenreichtum und mehr Handlungsspielräume erfordert.

„Wir müssen unsere Planungen regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln“, sagte André Sack, Geschäftsführer der Stadtwerke Energie Jena‑Pößneck GmbH. „Diese Lernprozesse brauchen nicht nur das konsequente Festhalten an der Vision nachhaltiger Energie, sondern auch maximale Transparenz und Kommunikation, um die Menschen mitzunehmen.“

Wie entscheidend der Dialog ist, betont auch Rico Bolduan, Geschäftsführer der TWS Thüringer Wärme Service GmbH: „Wir setzen bei unseren Wärmeplanungen in der Fläche auf machbare Lösungen und konsequente Umsetzung. Wichtig ist dabei, nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Thüringer Akteure mit ihren Kompetenzen und Fachwissen einzubinden.“

Die 2. Thüringer Wärmetagung zeigt eindrücklich, dass Thüringen bei der Umstellung seiner Wärmeversorgung vorangekommen ist. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass politische Stabilität, ein klares Zielbild, eine verlässliche Finanzierung und der gemeinsame Umsetzungswille notwendig sind. Mit ihrem Fokus auf Erfahrungsaustausch, konkrete Praxisbeispiele und konstruktive Diskussionen setzt die Veranstaltung ein klares Zeichen: Für eine erfolgreiche Wärmewende in Thüringen braucht es Mut und Kooperation. ThEEN wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten und Plattformen für Austausch und Vernetzung bieten.

Quelle: www.theen-ev.de

Pressemitteilung veröffentlicht am 29.04.2026 in News.
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