Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme einer kombinierten Biogas- und Gasaufbereitungsanlage für den Kunden Halinga OÜ unterstützt die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG das estnische Molkereigroßunternehmen dabei, seine Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Gesamtanlage in der Gemeinde Langerma, Bezirk Pärnu, ist die vierte Gasaufbereitungsanlage des weltweit agierenden Biogas-Allrounders in Estland. „Aufgrund der nachhaltigen Qualität unserer Membran-Gasaufbereitungstechnologie hat sich unser Kunde dazu entschieden, bei diesem Projekt nun auch die Rohbiogaserzeugung in unsere Hände zu legen“, berichtet Roland Kurney, Projektmanager bei der EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG. Damit ist Halinga die erste von EnviTec erbaute Gesamtanlage in Estland. Die Anlage wurde am 16. Juni offiziell in Langerma, Põhja-Pärnumaa, eröffnet.
Das Projekt wurde innerhalb eines Jahres in enger Zusammenarbeit zwischen Halinga OÜ und EnviTec Biogas realisiert. „Während der Bauphase übernahm der Kunde sämtliche Erd- und Gebäudearbeiten, die Baustelleneinrichtung sowie das komplette Schnittstellenmanagement“, ergänzt Kurney. Die neue Biogasanlage mit angegliederter EnviThan-Gasaufbereitung nutzt die im Molkereibetrieb anfallende Gülle sowie Bioabfälle als Input und produziert damit rund 600 Nm³ Biomethan pro Stunde.
Der Kunde Halinga OÜ gehört zur international agierenden Infortar AS-Gruppe. Die Hauptaktivitäten des aus 107 Unternehmen bestehenden Konsortiums liegen in den Bereichen Seetransport, Energie und Immobilien. Zusammen mit weiteren Partnern hat Infortar rund 30 Millionen Euro in Biomethananlagen investiert. Biomethan wird im gesamten baltischen Markt nicht exportiert, sondern vor Ort als klimafreundlicher Kraftstoff genutzt. „Mit der erfolgreichen CNG-Betankung können auch wir nun das erzeugte Biomethan unmittelbar vor Ort als klimafreundlichen Kraftstoff nutzen. Dies ermöglicht uns, unsere Wertschöpfungskette effizient zu schließen und einen weiteren wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität in der Region zu leisten“, erklärt Martti Talgre, Geschäftsführer der Infortar AS. Zu den größten Abnehmern des grünen Treibstoffs zählen die öffentlichen Verkehrsbetriebe in Tartu, Rakvere und Pärnu.
Das von der Europäischen Union über die NextGenerationEU-Aufbau- und Resilienzfazilität finanzierte Projekt stärkt nicht nur den nachhaltigen Verkehrssektor, sondern auch die regionale Wertschöpfung. „Die ausgegorenen Inputstoffe werden in zwei Lagunen zwischengespeichert und anschließend als hochwertiger Pflanzendünger in der Landwirtschaft ausgebracht“, so Kurney weiter. Mit mehr als 3.000 Tieren und einer bewirtschafteten Fläche von 3.700 Hektar zählt Halinga OÜ zu den größten Milcherzeugern Estlands und ist zudem ein bedeutender Arbeitgeber in der Region.
„Estland bietet hervorragende Rahmenbedingungen für Investitionen in erneuerbare Energien“, resümiert Lars von Lehmden, Geschäftsführer der EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG. Mit den in Estland durch EnviTec gebauten EnviThan-Anlagen können jährlich inzwischen rund 199 GWh Biomethan aus heimischer Produktion in den estnischen Verkehrssektor geliefert werden. Damit könnten jährlich ca. 6.000 bis 7.000 Lkw klimafreundlich betrieben werden. Und der Markt wachse weiter, so von Lehmden, auch im Bereich der CO2-Verflüssigung, für die aktuell eine starke Nachfrage besteht. LCO2 ist ein unverzichtbarer Grundstoff, der in der Getränkeindustrie unter anderem zur Kühlung, Gefrierung und Karbonisierung eingesetzt wird. Darüber hinaus kommt flüssiges Kohlendioxid in vielen weiteren Industriezweigen, wie beispielsweise in der chemischen Industrie, zum Einsatz. Auch in der Produktion synthetischer Kraftstoffe zeige LCO2 insbesondere im Rahmen der Energiewende vielseitige Einsatzmöglichkeiten.
Quelle: www.envitec-biogas.de