Green Business Certification Inc. Europe (GBCI) veranstaltete vom 6. bis 8. Mai in Mailand die Circle 2026, die jährliche Leitveranstaltung der europäischen LEED-Community, und feierte damit zugleich ihr fünfjähriges Bestehen. Die diesjährige Ausgabe fand im „Superstudio Più“ statt – einem Veranstaltungsort mit starkem Fokus auf nachhaltiges Veranstaltungs-Management, der derzeit eine LEED O+M v4.1-Zertifizierung anstrebt und sich im Auditprozess zur Erlangung der ISO-20121-Zertifizierung befindet.
Der „Circle 2026“ brachte führende Persönlichkeiten aus den Bereichen Finanzen, Politik, Stadtentwicklung und Technologie zusammen, die die Zukunft des Immobiliensektors gestalten. Dies geschieht in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen im gebauten Umfeld, in der Nachhaltigkeit nicht länger als isoliertes Ziel betrachtet wird und Resilienz zunehmend zu einer strategischen Priorität für Investitionen, Entwicklung und Asset-Managements in Europa wird.
Im Mittelpunkt der Diskussionen stand LEED v5, die neueste Version des weltweit am weitesten verbreiteten Bewertungssystems für nachhaltige Gebäude, das als Brücke zur EU-Taxonomie-Ausrichtung positioniert wurde – ein zunehmend wichtiges Thema für den europäischen Markt angesichts des steigenden regulatorischen Drucks und wachsender Investorennachfrage nach einer stärkeren Integration von Zertifizierung, Finanzierung und ESG-Reporting. Die Diskussionen zeigten auf, wie diese Konvergenz Investoren und Entwicklern helfen kann, die Gebäude-Performance mit portfolioweiten Strategien zu verknüpfen und gleichzeitig regulatorische sowie Reputationsrisiken zu reduzieren.
„Wir erleben eine grundlegende Erweiterung dessen, wie Risiken in unserer Branche definiert werden“, sagte Kay Kilmann, Head of Europe bei GBCI. „Heute gehen sie weit über Klimafragen hinaus und umfassen auch finanzielle, regulatorische und versicherungsbezogene Faktoren, die Investitionsentscheidungen und den Wert von Assets direkt beeinflussen.“
Das Programm des „Circle 2026“ kombinierte praxisorientiertes Fachwissen mit strategischem Dialog und konzentrierte sich auf die Umsetzung von LEED v5, die EU-Taxonomie-Ausrichtung und Dekarbonisierung sowie auf breitere Diskussionen über die Rolle von Resilienz im Marktwandel. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch kuratierte Projektbesichtigungen in Mailand, die führende Beispiele nachhaltiger Stadtentwicklung präsentierten.
GBCI Europe Impact Report 2026: Der europäische Immobilienmarkt entwickelt sich von Nachhaltigkeit hin zu Risiko-Management
Im Rahmen des Hauptkonferenzprogramms präsentierte Peter Templeton, President und CEO von USGBC und GBCI, den GBCI Europe Impact Report 2026, der auf einer Analyse der LEED-Zertifizierungsperformance in wichtigen europäischen Märkten basiert. Der Bericht untersucht, wie sich das gebaute Umfeld als Reaktion auf Dekarbonisierung, Resilienz und steigende ESG-Anforderungen entwickelt, und hebt gleichzeitig eine starke Übereinstimmung in zentralen Leistungsbereichen wie Energieeffizienz, Betriebsperformance und Innenraumqualität hervor. Eine der zentralen Erkenntnisse des Berichts verdeutlicht einen grundlegenden Marktwandel: Nachhaltigkeit wird nicht länger ausschließlich als ESG-Ziel betrachtet, sondern zunehmend als zentraler Bestandteil von Risikomanagement und Werterhalt im europäischen Immobiliensektor. Laut Bericht priorisieren inzwischen 53 % der europäischen Immobilienführer Resilienz als finanzielle Notwendigkeit,
Mailand als Gastgeber der Circle 2026 unterstreicht die Dynamik des italienischen Marktes
Die Wahl Mailands als Gastgeberstadt unterstreicht Italiens Position als reifer und dynamisch wachsender Markt, in dem LEED-Zertifizierungen zunehmend Bestandteil von Investitions-, Entwicklungs- und Asset-Management-Strategien werden. Im Jahr 2025 belegte Italien den dritten Platz in Europa hinsichtlich der LEED-Zertifizierungsaktivität. Erste Daten aus dem Jahr 2026 zeigen bereits eine beschleunigte Entwicklung: Das Zertifizierungsvolumen stieg im Jahresvergleich um nahezu das 1,8-Fache und stärkt damit Italiens Position im Wettbewerb um die Marktführerschaft 2026.
„Nachhaltiges Bauen in Italien und Europa tritt in eine neue Phase ein, in der Leistung nicht mehr ausschließlich anhand ökologischer Kennzahlen gemessen wird, sondern anhand der Fähigkeit von Assets, integrierte Antworten auf klimatische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen zu liefern“, sagte Fabrizio Capaccioli, Präsident von GBC Italia. „Die Zusammenarbeit mit GBCI Europe und die Ausrichtung des „Circle 2026“ in Mailand sind eine klare Anerkennung der Rolle, die GBC Italia spielt. Italien etabliert sich zunehmend als Referenzpunkt für nachhaltiges Bauen – nicht nur national, sondern auch international – dank der Stärke seiner Wertschöpfungskette und seiner Fähigkeit, Nachhaltigkeit, Innovation und soziale Werte zu integrieren. Diese Positionierung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unseres Systems und unterstützt den Sektor auf dem Weg zu resilienteren und verantwortungsvolleren Modellen.“
GBCI Europe dankt den Platinum-Sponsoren der Circle 2026, Daikin Europe N.V. und RISE S.r.l., sowie GBC Italia als offiziellem Kommunikationspartner.
Quelle: www.gbci.org