NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur informiert sich bei der Gigawattpakt-Tour, wie das Eisenwerk Brühl GmbH und der Euskirchener Agrar-Service von Meer Erneuerbare Energien als Motor für wirtschaftliche Entwicklung nutzen und ihren Standort sichern.
Mona Neubaur, Wirtschafts- und Klimaschutzministerin des Landes Nordrhein-Westfalens: „Der Gigawattpakt ist eine echte Erfolgsgeschichte. Erneuerbare sind für Unternehmen im Rheinischen Revier längst Standortvorteil: sichere Energie zu planbaren Kosten. Das schafft Investitionen, Wertschöpfung und Jobs – und gibt der ganzen Region Auftrieb.“
Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier: „Die Eisenwerk Brühl GmbH und der Agrar-Service von Meer zeigen beispielhaft, wie Unternehmen mit einer klaren Vision und herausragendem Engagement ihre Zukunftsfähigkeit im Strukturwandelprozess sichern und langfristig verlässliche Arbeitgeber in der Region bleiben.“
Eisenwerk baut eine der größten Photovoltaikanlagen des Rhein-Erft-Kreises
Mit rund 1.500 Beschäftigten zählt das Eisenwerk Brühl GmbH zu den bedeutenden Industrieunternehmen im Rhein-Erft-Kreis. Um seine Energieversorgung langfristig wirtschaftlicher und krisensicher aufzustellen, investiert das Unternehmen mehr als vier Millionen Euro in eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von sieben Megawatt.
Die Solarmodule entstehen auf einem Teil des Betriebsgeländes sowie auf angrenzenden Flächen und bilden künftig die größte Photovoltaikanlage in Brühl sowie eine der größten im Rhein-Erft-Kreis.
„Unsere neue Photovoltaikanlage ist weit mehr als ein Energieprojekt für uns. Sie ist ein klares Bekenntnis zum Standort Brühl und zur Zukunft der industriellen Wertschöpfung in Deutschland. Die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen über progres.nrw unterstreicht die Bedeutung solcher Investitionen für eine wettbewerbsfähige, nachhaltige Industrie und die langfristige Sicherung von Wertschöpfung und Industriearbeitsplätzen in der Region“, Thomas Friedrich, CFO Eisenwerk Brühl GmbH. Der erzeugte Strom wird vollständig im Werk genutzt und deckt künftig sechs bis sieben Prozent des Strombedarfs des Unternehmens.
Agrar-Service von Meer verbindet Landwirtschaft und Energieproduktion
Der Agrar-Service von Meer verbindet seit mehr als zwanzig Jahren Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Erneuerbare Energie in einem geschlossenen Kreislauf. Unter dem Namen Schornbuscher Biokraft betreibt der Familienbetrieb vier Biogasanlagen, die jährlich rund 35 Gigawattstunden Erneuerbare Energie erzeugen. „Wir wollten verantwortungsvoll und nachhaltig handeln, aber natürlich auch wirtschaftlich. Neben der Landwirtschaft sollte ein weiteres betriebliches Standbein entstehen. Eine breite Basis schafft langfristig mehr Stabilität“, sagt Rainer von Meer, Geschäftsführer des Agrar-Service von Meer.
Das Energiekonzept basiert auf der Verwertung der in der Lebensmittelproduktion anfallenden Reststoffen. Rund 70 Prozent der eingesetzten Substrate bestehen inzwischen aus Rinder-, Geflügel-, Schaf- und Pferdemist. Nachwachsende Rohstoffe machen noch etwa 30 Prozent aus, wobei der Maisanteil auf maximal 20 Prozent begrenzt wurde.
Mit der erzeugten Energie versorgen sie etwa 8.500 Haushalte mit klimafreundlichem Strom. Darüber hinaus tragen die Anlagen zur regionalen Wärmeversorgung bei und können ihre Stromproduktion flexibel an den Bedarf anpassen. So unterstützen sie die Versorgungssicherheit und die Stabilität des Energiesystems.
Über den Gigawattpakt
Der Gigawattpakt wurde im März 2022 mit mehr als 50 Gemeinden, Landkreisen, energiewirtschaftlichen Unternehmen und Projektträgern geschlossen. Ziel ist es, die erneuerbare Erzeugungskapazität im Rheinischen Revier bis 2028 auf fünf Gigawatt zu steigern. Mehr als 60 Landkreise, Kommunen und Unternehmen sind mittlerweile Gigawattpakt-Mitglieder. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt den Gigawattpakt durch informationelle und finanzielle Maßnahmen sowie durch die Verbesserung regulatorischer Rahmenbedingungen, unter anderem durch die Ausweitung der Flächenkulisse für Wind- und Photovoltaikprojekte im Landesentwicklungsplan. Für die finanzielle Unterstützung stehen bis 2028 bis zu 60 Millionen Euro an Strukturwandelmitteln von Bund und Land für den Photovoltaikausbau zur Verfügung. Die Kommunen im Rheinischen Revier leisten ihrerseits ihren Beitrag, indem sie geeignete Flächen planerisch ausweisen.
Weitere Informationen unter: www.gigawattpakt.de
Über die Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH
Im Zuge des vorgezogenen Kohleausstiegs stehen dem Rheinischen Revier bis 2038 rund 14,8 Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung. Die Zukunftsagentur unterstützt Akteure bei der Entwicklung und Qualifizierung von Projekten, koordiniert den Förderdialog und begleitet Vorhaben von der Idee bis zur Antragstellung. Bereits heute sind über 600 Projekte bewilligt oder in der Umsetzung. Darüber hinaus vernetzt sie Akteure, informiert über Fördermöglichkeiten und macht den Strukturwandel in der Region sichtbar. Ziel ist es, die Transformation des Rheinischen Reviers als gemeinsame Zukunftsaufgabe erfolgreich zu gestalten – hin zu einer innovativen, nachhaltigen und lebenswerten Region. Weitere Informationen unter: www.rheinisches-revier.de
Quellen: www.rheinisches-revier.de / www.gigawattpakt.de