Der Fahrradmarkt wächst nicht durch Rabatte, sondern durch bessere Nutzung, mehr Service und die intelligente Wiederverwendung von Fahrrädern. Dafür warb Frank Hassler, CEO von JobRad, auf der Cycling Industry Convention „towards tomorrow“ am Donnerstag (05.11.) in Berlin. Der Kongress wurde von den Verbänden der Fahrradwirtschaft Verbund Service und Fahrrad, Zweirad-Industrie-Verband und Zukunft Fahrrad ausgerichtet. Frank Hasslers Appell an die Branche: Den gesamten Lebenszyklus eines Fahrrads stärker in den Blick nehmen und Zugang, Nutzung, Service sowie Wiederverwendung konsequent miteinander verbinden
„Dienstradleasing ermöglicht Millionen Beschäftigten den Zugang zu einem besseren Fahrrad, oft sogar zu ihrem persönlichen Traum-Fahrrad“, sagte Frank Hassler. „Heute nutzt nur ein kleiner Teil der berechtigten Personen ein Dienstrad. Unser Ziel ist es, diese Durchdringung deutlich zu erhöhen und noch mehr Menschen für hochwertige Radmobilität zu begeistern.“
Refurbishment erschließt neue Zielgruppen
Für Frank Hassler ist der professionelle Gebrauchtmarkt einer der wichtigsten Wachstumstreiber der kommenden Jahre. Mit der steigenden Zahl von Leasingrückläufern ergibt sich die Chance, hochwertige Fahrräder deutlich länger wirtschaftlich und nachhaltig zu nutzen. Professionell aufbereitete Räder eröffnen zudem neuen Zielgruppen den Zugang zur Radmobilität und stärken langfristig die Kundenbindung an Hersteller und Fachhandel.
„Der professionelle Gebrauchtmarkt ist keine Konkurrenz zum Neuradgeschäft“, betonte Frank Hassler. „Im Gegenteil: Über aufbereitete Fahrräder erreichen wir Zielgruppen, die wir sonst gar nicht ansprechen würden. Refurbishment erschließt zusätzliche Kundengruppen und bringt mehr Menschen aufs Fahrrad.“
Daten spielen entscheidende Rolle
Um die Potenziale von Leasing, Service und Zweitnutzung besser auszuschöpfen, sieht Frank Hassler die gesamte Branche in der Verantwortung. „Damit der Fahrradmarkt sein Potenzial ausschöpfen kann, müssen Industrie, Handel und Servicepartner noch enger zusammenarbeiten“, sagte er. „Fahrräder werden immer hochwertiger und technisch komplexer. Deshalb brauchen wir mehr Servicekapazitäten und bessere Ausbildungsbedingungen, damit der Fachhandel langfristig auf ausreichend qualifizierte Fachkräfte zugreifen kann.“
Daten spielen entscheidende Rolle
Voraussetzung für eine optimale Nutzung der Branchenpotenziale sind zudem bessere Daten, einheitliche Qualitätsstandards und mehr Transparenz über den Zustand von Fahrrädern. Digitale Informationen werden künftig eine zentrale Rolle dabei spielen, Wiederaufbereitung, Finanzierung und Wiederverkauf effizienter und planbarer zu gestalten.
„Gute digitale Prozesse und verlässliche Informationen sind die Grundlage für einen funktionierenden Gebrauchtmarkt“, sagte Frank Hassler. „Um stabile Restwerte kalkulieren und attraktive Finanzierungs- und Leasingangebote ermöglichen zu können, brauchen wir verlässliche Informationen über den Zustand der Fahrräder.“
Quelle: www.jobrad.org