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Auftaktgala Duisburg am 14. September © DBI/Bernd Thissen

Hy.Summit.Rhein.Ruhr 2026: Wie Dekarbonisierung ohne Deindustrialisierung gelingen kann

Auftaktgala in Duisburg und gemeinsamer Kongress mit der HYDROVERSE CONVENTION in Essen rücken Energiepreise, Infrastruktur und das Tempo von Genehmigungen in den Fokus

Unter welchen Bedingungen investieren Unternehmen an Rhein und Ruhr in klimaneutrale Produktion, und was geschieht mit Wertschöpfung und Beschäftigung, wenn diese Bedingungen fehlen? Um diese Frage drehte sich der Hy.Summit.Rhein.Ruhr 2026, zu dem rund 700 Teilnehmer:innen und mehr als 50 Redner:innen aus Industrie, Mittelstand, Politik, Wissenschaft und Start-up-Szene bei der Auftaktgala in Duisburg und beim Dekarbonisierungskongress auf der Messe Essen zusammenkamen. Neben Wasserstoff standen dabei Elektrifizierung, Carbon Management und neue Geschäftsmodelle auf dem Programm.

Dass die Auftaktgala die Frage „Dekarbonisierung oder Deindustrialisierung?“ in Duisburg stellte, hatte einen sachlichen Grund, denn Stahl, Chemie, Hafen und Energieinfrastruktur machen die Stadt zu einem Ort, an dem sich industrielle Transformation unter realen wirtschaftlichen Bedingungen bewähren muss. Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, erklärte dort: „Die aktuelle geopolitische Lage macht eines klar: Wir müssen bei der Transformation unserer Industrie Kurs halten – hin zu mehr Klimaschutz und Resilienz. Wasserstoff spielt dabei eine Schlüsselrolle.“ Für einen erfolgreichen Hochlauf brauche es bezahlbare Energie, Planungssicherheit für Investitionen und eine schnellere Umsetzung innovativer Technologien.

Für die gastgebenden Städte steht dabei die Zukunft industrieller Arbeitsplätze im Vordergrund. Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link sagte: „Duisburg steht wie kaum eine andere Stadt in Deutschland für Industrie, für Logistik, für Energie, für Innovation. Dekarbonisierung, Transformation und Kreislaufwirtschaft sind für den Wirtschaftsstandort entscheidend, damit gute Arbeitsplätze auch in Zukunft hier bei uns gesichert werden können.“ Sein Essener Amtskollege Thomas Kufen betonte: „Eine bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung ist die Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Industrie und sichere Arbeitsplätze. Dafür braucht es gemeinsame Anstrengungen und Lösungen. Als Europas Energiehauptstadt tragen wir mit unserer Innovationskraft und unserem Know-how dazu bei.“

Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Duisburg Business & Innovation GmbH, lenkte den Blick auf die Frage, wo Investitionsentscheidungen tatsächlich fallen: „Ob aus der Dekarbonisierung eine neue industrielle Basis entsteht oder Wertschöpfung abwandert, klärt sich in der Zeit zwischen Investitionsabsicht und Baubeginn, wenn Netzanschlüsse, Flächen und Genehmigungen darüber bestimmen, ob ein Projekt gebaut wird oder an einem anderen Standort. Als Wirtschaftsförderung bringen wir Unternehmen, die hier in Wasserstoff und Elektrifizierung investieren wollen, früh mit Netzbetreibern, Verwaltung und Zulieferern zusammen und begleiten sie bis zur Umsetzung.“

Am zweiten Tag verband der Kongress die industriepolitische Debatte mit der Innovationsperspektive der HYDROVERSE CONVENTION des H2UB, die in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem Hy.Summit stattfand. Im Mittelpunkt stand dort die Frage, wie neue Technologien schneller aus Forschung und Start-ups in die industrielle Anwendung gelangen. H2UB-Geschäftsführer Uwe Kerkmann erklärte: „Wertschöpfung im Wasserstoffbereich entsteht durch die Kooperation unterschiedlicher Akteure. Mit unserer gemeinsamen Veranstaltung bringen wir die Innovationskraft der europäischen Wasserstoff-Start-up-Szene mit der Industrie- und Anwendungskompetenz im Ruhrgebiet zusammen.“

Als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation nannten die Fachleute wettbewerbsfähige Energiepreise, eine rechtzeitig verfügbare Strom- und Wasserstoffinfrastruktur, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie verlässliche Absatzmärkte für klimafreundliche Produkte. Dr. Stefan Kaufmann, ehemaliger Innovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, brachte mit der Idee eines Nationalen Transformationskorridors einen Ansatz in die Debatte ein, Infrastruktur und Investitionen schneller auf den Weg zu bringen: „Gemeint ist ein räumlich definierter Beschleunigungs- und Umsetzungsraum, in dem Bund, Land, Kommunen, Industrie und Netzbetreiber ihre Planungen, Investitionen und Genehmigungsverfahren verbindlich zusammenführen.“

Der dritte Teil des Hy.Summit.Rhein.Ruhr 2026 folgt am 26. November als Perspektiventag im Rahmen der HEATEXPO in Dortmund und widmet sich der industriellen Wärmeversorgung und der Rolle von Wasserstoff. Veranstalter ist das Netzwerk Hy.Region.Rhein.Ruhr e.V. in Kooperation mit den Wirtschaftsförderungen aus Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und Hamm, getragen von einem breiten Bündnis aus Partner:innen.

Weitere Informationen:

www.hy-summit.de

www.hy-region-rhein-ruhr.de

www.duisburg-business.de

www.hydroverse-convention.com

www.h2ub.com

Quelle: www.duisburg.business

Pressemitteilung von: Duisburg Business & Innovation GmbH, veröffentlicht am 16.09.2026 in CO2-Management / -Reduktion, News.
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